Am Anfang war.....

.....das Eis

auf dem zugefrorenen Lech und zwei rivalisierende Lager von jungen Burschen
- den „Lechvorstädtern“ Gigl; Pache; Heger, die Gebrüder Stein; Koletzki)
- und die „Altstädter“ (Sprenzel; Konrad; Vogl; Gebrüder Schwarz; Bach; Zedelmeier)
Ausgerüstet mit „Schraubendampfern“ und handgeschnitzten Schlägern
der Marke „Haselnußstaude“ ging es unter der Lechbrücke oder bevorzugt in der Rösennau,
wo sich das Eis besonders lange hielt, oft heiß her....

.....und das Feuer

der Begeisterung führte dazu, dass aus dem Hobby ein Verein entstand –
im September 1951 rief Rudi Gigl zur Gründungsversammlung für einen „Eislaufverein“.
Und so schlug im vollbesetzten Gasthaussaal der „Glocke“ die Geburtsstunde
unserer heutigen Eislauf-Abteilung Schongau.

 

Stehend von links nach rechts:
Siegfried Schwarz - Rudolf Schnetter – Walter Rumschöttl – Leo Sprenzel –
Heinz Koletzki – Matthias Keller – Erich Pache – Rudolf Konrad – Emil Nossek – Rudolf Gigl
Vorn: Magnus Wegscheider – Norbert Schwarz – Andreas Vogl  
 
Eislauf-Abteilung Schongau 1952:


Das Bild oben ist eine der ersten Photographien vom neuen Eissportverein
und wurde wahrscheinlich im Jahr 1952 aufgenommen.
Es zeigt somit einige der Pioniere des Eishockeysports der Lechstadt.

 

Die Gründerzeit - die fünfziger Jahre

1951

Im September 1951 kam es zur Gründungsversammlung für einen Eislaufverein im
vollbesetzten Nebenzimmer des Gasthofs „Glocke“ in Schongau.
Unter Leitung des damaligen Vorstandes des TSV Schongau, Karl Steiner kam es
zur Gründung des Eislaufvereins.
Als 1.Vorstand wurde Rudolf Gigl, als technischer Leiter Rudolf Schnetter und als
Kassier Herr Resl gewählt.
Gründungsmitglieder von damals waren u. a. Rudi Gigl, Karl Steiner, Erich Pache,
Gerhard Stein, Gustav Stein, Franz Heger, Hermann Reith, Andreas Vogl, Leonhard
Sprenzel, Heinz Koletzki, Walter Rumschöttl, Rudolf Konrad, Hans Maucher, Herr Resl,
Dr. Helmuth Zedelmaier, Herbert Pögl, Polizist Franz Mertes und Rudolf Schnetter.
Auch nach der Gründung war aber weiterhin Natur-Eis am Lech angesagt.

1952

Wurde der Eislaufverein Mitglied in der TSV-Familie und somit zur Eislaufabteilung (EAS) im TSV Schongau.
Am ehemaligen „Katholischen Jugendheim“ (jetzt: Jugendheim-Weg
- im Bereich des jetzigen „Ärztehauses“) entstand das erste Eisstadion in Schongau.
Eine, von einer rechteckigen Bretterbande umschlossene Natureispiste.
Das Wasser für die Eisbereitung wurde direkt auf das Gras, bzw. wenn vorhanden -
festgetretenen Schnee gespritzt.
Komfort wie Umkleidekabinen oder Beleuchtung gab es hier noch nicht –
aber viele Zuschauer.
Die Möglichkeiten von Kurzweil waren in den Nachkriegstagen noch nicht so zahlreich
.

1953

Am 4. Januar war die Eröffnungsfeier für das neue Stadion.
Sogar eine Eisrevue gab es zu diesem Zweck.
Die Attraktion war allerdings das brisante Lokalderby gegen die Vertretung aus Peiting.
Vor 1800 Zuschauern siegten die Hausherren aus Schongau mit 4 : 2.
Überragender Spieler auf Seiten der Eislaufabteilung war Spielertrainer Emil Nossek.
Torschützen für die EAS waren beim 4 : 2 ( 0 : 0 / 2 : 2 / 2 : 0 ) Sieg Nossek, Keller (2) und Vogl.

Eines der ersten Fotos auf dem Hohenfurcher Eisplatz aufgenommen.

Stehend von links nach rechts:
Norbert Schwarz - Helmut Karg - Leo Sprenzel - Heinz Koletzki - Sigi Schwarz - Gustav Stein - Herbert Pögl.
Knieend: Rudi Gigl - Hans Hunger - Andreas Vogl - Erich Pache.

 

Eine Mannschaftsaufstellung Schongau I und II kombiniert bei einem Spiel in Reichling am 12.01.1953 sah wie folgend aus:
Tor: Mertes;
Verteidigung: Eiben; Nossek und Zedelmeier Hel.
Sturm: Haum; Möhrlein; Filser und Wieser; Mihl; Tischner.
Ein weiterer Spielbericht nennt gegen Bayersoien Schongaus Lederle als Torschützen.
Es scheint also zur damaligen Zeit eine große Anzahl an Spielern bei der EAS, aber noch keine rechte konstante Mannschaftsaufstellung gegeben zu haben.

1954-1960

Wegen der schlechten Bodenverhältnisse wurde der Eisplatz am Jugendheim bald aufgegeben und eine neue Bleibe gesucht.
Endlich wurde man am ehemaligen Volksfestplatz (Heute: Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Schongau) fündig.
Ab der Saison 1954/55 wurde hier der Eisplatz errichtet.
Hier konnten sogar Beleuchtungsmasten (organisiert aus dem ehemaligen Flüchtlingslager in Altenstadt) aufgestellt werden und ein alter Bauwagen diente als Umkleidekabine.
Allerdings war vor und nach der Saison regelmäßig ernorme Anstrengungen für die
Mitglieder der Eislaufabteilung notwendig, denn der Eisplatz hatte nur während der Saison bestand.
Danach hieß es wieder Bande, Beleuchtung und Bauwagen abbauen und einlagern. Darunter litt nicht nur das Material sondern auch die Begeisterung der Aktiven.
Stimmen nach einem festen Domizil wurden immer lauter.
Denn schließlich wollte der Verein auch sportlich vorankommen.
Die Eislauf-Abteilung wechselte in dieser Zeit den Namen zwischen EA, EHC und EH zum EV Schongau.
1954 war Dr. Helmut Zedelmeier Abteilungsvorstand.
1956 übernahm dieses Amt TSV-Vorstand Hans Geretzhuber.
Stars der damaligen Zeit waren u. a. Emil Nossek, Rudi Gigl, Leo Sprenzel, Schnetter, Koletzki, Keller M. und die Torhüter Mertes und Schwarz.
Zunächst waren es nur Pokal- und Freundschaftsspiele die mit den umliegenden Vereinen, die sich so nach und nach bildeten ausgetragen wurden.
Aus diesen Vereinen wurde bald die Natureis-Kreisliga gebildet und dem Verband angeschlossen.
Die Gegner der 50iger Jahre waren Steingaden, Mittenwald, Bayersoien, Apfeldorf, Hohenfurch, Oberammergau, Bernbeuren, Reichling, Diessen, Hohenpeißenberg und Peiting.
Auswärtsfahrten wurden mit dem Fahrrad (!), später auch mit einem offenen LKW der Ressle Spedition.
Welch Luxus war da etwas später ein LKW mit Planenaufsatz!

Fortsetzung folgt.....